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Phyllium siccifolium

Futter:
Wie alle anderen Vertreter der Gattung Phyllium sind die Tiere dieser Art sehr leicht mit Brombeerblättern das ganze Jahr hindurch zu ernähren. Da Brombeeren an (fast) jeder Straßenecke zu finden sind, ist die Beschaffung der Blätter völlig unproblematisch. Vorsicht jedoch in der Nähe von Feldern, dort werden regelmäßig Pestizide ausgebracht, welche die Tiere in kurzer Zeit töten können. Daher lieber Brombeer-Ranken von einem Bahndamm, Waldweg oder am sichersten aus dem eigenen Garten verwenden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Dornen-freien Kulturbrombeeren, die bei uns im Garten wachsen von den Tieren aus irgend einem Grund nicht gefressen werden. Also heisst es bei den wilden Brombeeren: Handschuhe an und aufgepasst.
Zur Abwechslung kann auch Eichenlaub, Rose oder Ahorn verfüttert werden, wenn sie von den Tieren angenommen werden (das tun sie aus irgend einem Grund nicht immer). Diese Pflanzen halten jedoch im Terrarium nicht sehr lange und die Blätter welken (und schimmeln!) relativ schnell. Das gilt besonders für den frischen Austrieb im Frühling. Brombeeren dagegen sind sehr robust und halten, wenn sie frisch ins Terrarium gestellt werden (
Beschreibung hier clicken) mindestens 2 Wochen.
ACHTUNG! Der frische Frühjahresaustrieb von Brombeeren enthält natürliche Giftstoffe, die Insekten töten können! Im zeitigen Frühjahr daher nicht den hellgrünen frischen Austrieb verfüttern sondern lieber alte Blätter vom letzten Jahr, auch wenn die nicht so schön aussehen.

Temperatur:
Phyllium siccifolium benötigt keine erhöhten Temperaturen und fühlt sich bei Zimmertemperatur recht wohl.

Feuchtigkeit:
Das Terrarium sollte alle paar Tage mit Wasser ausgesprüht werden, jedoch die Tiere dabei nicht direkt ansprühen und ein Übernässen unbedingt vermeiden. Besonders Jungtiere kleben sonst auf den Blättern oder an den Wassertropfen auf den Scheiben fest und können sich nicht mehr daraus befreien. Sie verenden dann. Zwischen den Wassergaben kann das Terrarium ruhig einmal abtrocknen, das vermeidet ausserdem Schimmelbildung. Wie bei allen Phasmiden leben bei mir weiße Asseln im Boden und sorgen dafür, dass herunterfallendes Laub und Kot kompostiert werden. Sie sind die beste Polizei gegen Schimmel und Algen! Der Boden wird durch die Asseln ständig umgegraben und sieht immer frisch aus, das ist nicht nur gut für die Tiere, sondern spart auch eine Menge Putzarbeit.

Terrarium:
In einem Becken mit 60x30x40 cm Kantenlänge leben bei mir bestimmt 100 oder noch mehr Jungtiere gut zusammen. Diese Terrariengröße ist ausreichend für 10-15 adulte Phyllium siccifolium.
ACHTUNG! Jungtiere im 1. Larvenstadium sind sehr klein und wendig. Sie passen ohne Probleme durch kleinere Spalten, z.B. entwischen sie gern durch den Spalt, an dem sich bei Schiebescheiben-Terrarien die Scheiben überlappen. Unbedingt auf ein gut schließendes Terrarium achten! Und wenn es schon zu spät ist, dann hier ein Tip zum Einfangen: Die Jungtiere sitzen wahrscheinlich an der Zimmerdecke, wo sie sich auf Grund ihrer dunkelbraunen Farbe gut abheben.

Vermehrung:
Weibchen sind viel massiger als Männchen und sind schon in frühen Larvenstadien an ihrem abgeplatteten Hinterleib mit dem Zipfel sehr gut zu erkennen, während die Männchen schon als Larven ein eher gleichmäßig spitz zulaufendes Hinterteil haben. Adulte Männchen sind auf Grund ihres Körperbaues sehr viel leichter als die Weibchen und können sehr gut fliegen. Ich habe schon ein paar Mal beim Saubermachen ein entflogenes Männchen wieder einfangen müssen. Glücklicherweise fliegen sie nie sehr schnell oder sehr weit, sondern lassen sich recht bald wieder nieder.
Die Tiere beginnen wenige Tage nach der Reifehäutung mit der Paarung und ca. 1-2 Wochen später werden die ersten Eier abgelegt. Die Eier sind hartschalig und vertragen ohne Probleme ein gelegentliches Austrocknen. Nach ca. 4 Monaten schlüpfen daraus sehr agile, braun-weiß gebänderte Larven, die in ihrem Aussehen und in ihrer Bewegung eine giftige Ameisenart aus dem Herkunftsland imitieren. Diese Mimikry dient scheinbar dem Schutz vor dem Gefressenwerden.
 

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