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Oreophoetes peruana

Futter:
Als Futter werden ausschließlich Farne angenommen. Brombeerblätter oder ähnliches Futter wie für andere Phasmidenarten wird nicht angenommen. Vorsicht: Farne aus dem Baumarkt sind in der Regel mit hochgradig mit Pestiziden kontaminert. Leider sind sie in unserem Klima oft die einzige Alternative für eine Fütterung im Winter, da unsere einheimischen Farne in geeigneten klimatischen Lagen bestenfalls halb-immergrün sind (z.B. der überall vorkommende Wurmfarn). Bis etwa Februar/März findet man im Wald (auch unter einer Schneedecke) noch einigermaßen frischen Farn, aber danach sollte man sich auf Alternativen einstellen bis im Mai die neuen Farnwedel der einheimischen Arten austreiben. Ich habe die Erfahrugn gemacht, dass die Farnschrecken mit frischem Farn aus dem Wald oder aus dem Garten wesentlich schneller wachsen und vitaler sind, als bei Fütterung von im Topf kultivierten Pflanzen.

Wenn ich auf gekauften Farn angewiesen bin, dann tauche die Pflanzen aus dem Baumarkt  mehrmals im Abstand von einigen Tagen für mehrere Stunden in frisches Wasser, lasse sie danach immer wieder gut abtrocknen und pflege die Pflanzen danach noch mindestens 8 Wochen bei mir zu Hause, bevor ich sie verfüttere. Das ist zwar etwas aufwendig, aber da auch Depot-Pestizide im Gartenbau eingesetzt werden, die im Boden oder in der Pflanze gespeichert werden, scheint diese aufwändige Entgiftung notwendig zu sein. Mit diesem Verfahren hatte ich bisher keine Ausfälle bei meinen Tieren durch Vergiftung.

Abgeschnittene Farnwedel halten im Terrarium am besten, wenn sie in einen kleinen Plastikbecher mit Wasser gestellt werden, der im Deckel ein Loch hat. (Für genaue Beschreibung hier clicken) So können die Tiere nicht ins Wasser fallen und ertrinken.

Ich habe folgende einheimische Wald-Farnarten mit sehr gutem Erfolg an meinen Tieren ausprobiert, es scheinen aber auch alle anderen Farnarten angenommen zu werden.:
Adlerfarn - Pteridium aquilinum
Rippenfarn - Blechnum spicant
Gemeiner Wurmfarn - Dryopteris filix-mas (gibt es auch noch im Winter)

Aus dem Baumarkt habe ich als Winterfutter ausprobiert:
Nephrolepis exaltata (alle möglichen Kulturformen)
Der Baumarkt-Farn wird gefressen, aber meiner Erfahrung nach sind die Tiere vitaler und fressen besser, wenn sie Farn aus dem Wald bekommen. Der scheint mehr der notwendigen Nährstoffe zu enthalten und besser zu schmecken. Ganz nebenbei ist er auch sehr viel preiswerter.
NEU:
Eine Liste wintergrüner bzw. teilwintergrüner Farne habe ich hier zusammengestellt.

Ich vermehre inzwischen auch selbst einige der von mir beschriebenen Farn-Arten und gebe kleinere Mengen davon ab. Bei Interesse einfach anfragen. Farne ziehen leider nur sehr langsam nach und es wird noch eine Weile dauern, bis ich mehr davon “auf Vorrat” habe. Dann werde ich zu meinen Tieren auch die entsprechenden Futterpflanzen anbieten.

 Temperatur:
Beste Haltungstemperatur ist ca. 18°C bis 24 °C, also normale Zimmertemperatur. Zu hohe Temperaturen, besonders im Sommer führen zu hohen Ausfällen unter den Tieren. Dann sind die Tiere besser im Keller aufgehoben. Niedrigere Temperaturen verlangsamen die Entwicklung, scheinen sich jedoch sonst nicht negativ auszuwirken.

Feuchtigkeit:
Die Tiere müssen relativ feucht gehalten werden, ohne dass jedoch Staunässe auftritt. Oreophoetes trinken sehr gern nach dem täglichen Sprühen die Tropfen von der Scheibe oder von Blättern.

Terrarium:
Ich halte ohne Probleme ca. 5 ausgewachsene Farnschrecken in einem Terrarium 30x30x40 cm. Der Bodengrund ist gleichmäßig feuchter Kokosfaser-Boden, wie er vielfach auch für andere Terrarientiere eingesetzt wird. Licht scheint nicht benötigt zu werden, ist jedoch für dekorative Zwecke meist sowieso vorhanden.

Vermehrung:
Weibchen bleiben nach der Reifehäutung gelb/schwarz gefärbt, während die wesentlich schlankeren Männchen lebhaft rot/schwarz werden. Ausserdem haben die Männchen am Ende des Hinterleibes eine Verdickung die bei der Kopulation zum Festhalten der Weibchen benutzt wird. Die Kopulation kann mehrere Stunden dauern und das Weibchen beginnt bald danach für ca. 3-4 Monate etwa 1-2 Eier pro Tag zu legen, die einfach weggeschleudert werden und zu Boden fallen. Die relativ dünnschaligen Eier müssen während der 3-4 Monate dauernden Inkubationszeit immer leicht feucht gehalten werden. Es wirkt sich auf die Schlupfrate nicht negativ aus, wenn die Eier im Laufe der Zeit mit Erde bedeckt werden, die Jungtiere arbeiten sich trotzdem ohne Schwierigkeiten aus dem Boden heraus. Ich belasse die Eier der Einfachheit halber im Terrarium der Elterntiere und fange die frisch geschlüpften Juntiere dann heraus.

Weitere Informationen:
Die Tiere sind in der Haltung und Pflege relativ robust, verglichen mit anderen Pfleglingen in Terrarien, um die man sich täglich kümmern muss. Zur Verteidigung besitzen sie wie viele andere Phasmiden (Gespenstschrecken) auch ein weißliches Wehrsekret, welchen aus Drüsen am ersten Beinpaar ausgeschieden wird und unangenehm chemikalienartig riecht. Ich konnte bisher jedoch keine negativen Auswirkungen bei Hautkontakt feststellen. Anders mag das aussehen, wenn das Sekret in die Augen gelangt.

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