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Hymenopus coronatus

Futter:
Die Weibchen dieser Art werden sehr viel größer als die Männchen. Daher kann man die Weibchen auch mit größeren Futtertieren versorgen. Es sollte hochwertiges Futter angeboten werden, zumindest ab und an. Als Basisfutter verwende ich Fliegen, die ich selbst aus Angelmaden ziehe (bekommt man für sehr kleines Geld in jedem Angler-Geschäft). Die Fliegen haben jedoch relativ wenig Nährwert und speziell das Weibchen benötigt für die Eiablage sehr viel Nährstoffe. Daher bestäube ich die Fliegen mit Vitamin- und Mineralpulver, wie man es bei der Zucht von Echsen und Schlangen verwendet. Ausserdem füttere ich noch Wachsmotten und ab und zu ein Heimchen von der Pinzette direkt an die Tiere. Heimchen als Alleinfutter halte ich für ungünstig, da der Fangapparat dieser Gottesanbeterin für Fluginsekten ausgelegt ist und die Tiere nur sehr selten auf den Boden des Terrariums gehen, wo sich die Heimchen in der Regel aufhalten. Die meiste Zeit verbringen die Hymenopus coronatus an Zweigen oder an der Decke des Terrariums.

Temperatur:
Hymenopus coronatus ist in Südostasien beheimatet und dementsprechend sind die Temperaturansprüche. Um den Tieren bei ausreichender Belüftung des Beckens trotzdem die notwendigen Temperaturen zu geben, verwende ich eine Infrarot-Lampe, die ich über einen Dimmer auf die notwendige Leistung drossele (150W oder mehr sind definitiv zuviel!). Infrarotstrahlung heizt die Tiere direkt auf, ohne dass sich die Luft im Becken im gleichen Maße erwärmt. Die Temperatur im Becken halte ich zwischen 25 und 29 °C mit einer leichten Nachtabsenkung um 2-3 Grad.

Feuchtigkeit:
Die notwendige Luftfeuchtigkeit von 70-90% erreiche ich durch tägliches Sprühen. Die Feuchtigkeit sollte jedoch innerhalb weniger Stunden wieder wegtrocknen. Am einfachsten ist die Luftfeuchtigkeit duch besprühen der Terrarienwand zu erreichen, die der IR-Lampe zugewandt ist. Da jedoch ausreichende Durchlüftung wichtig ist, hält diese Luftfeuchte nicht lange vor. Als Ergänzung dazu kann Xaxim oder Moos besprüht werden die die Feuchtigkeit länger halten und langsamer wieder abgeben. Ein zuviel an Feuchtigkeit schadet den Tieren ebenso wie ein zuwenig,  hier ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt. Besonders trifft das auf die Jungtiere zu, die noch empfindlicher reagieren als die ausgewachsenen Gottesanbeterinnen.

Terrarium:
Ich halte die Tiere einzeln, nur zur Verpaarung setze ich das Männchen in das Terrarium des Weibchens. Die Größe der Terrarien für Weibchen ist bei mir 20x20x40 cm mit ca. 4 cm Torf/Sand Gemisch als Bodengrund, einigen keineren Xaxim-Stücken und Moos als Verdunstungsfläche und vielen Ästchen zum klettern und Beute fangen. Ausserdem steht ein mit Gaze bespanntes und wassergefülltes Gefäß im Terrarium, um zusätzlich Wasser zu verdunstet.

Vermehrung:
Das Männchen wird zum gut angefütterten (!!!) Weibchen gesetzt und springt nachdem es die erste Aufregung überwunden hat auf den Rücken des Weibchens. Dort beginnt es auf den Flügeln zu trommeln und so das weibliche Tier in Paarungslaune zu versetzen (und es zu überzeugen, dass das andere Futter im Terrarium viel besser schmeckt). Die Verpaarung ist auf Grund des enormen Größenunterschiedes zwischen Männchen und Weibchen relativ riskant, aber wenn das Männchen erst einmal auf dem Rücken des Weibchens gelandet ist, dann verläuft die restliche Verpaarung sehr friedlich (siehe Bild). Das Männchen blieb ca. 3 Tage auf dem Rücken seiner Partnerin und ich fand es am nächsten Tag unbehelligt in einer Ecke des Terrariums.
Das Weibchen legt einige Tage nach der Verpaarung seine erste Oothek als schaumiges, längliches Gebilde an einen festen Gegenstand, z.B. die Glassscheibe oder einen Ast. Ich habe die Ootheken bis zum Schlupf der Jungtiere im Terrarium des Muttertieres belassen und täglich mit Wasser angesprüht. Der Schlupf erfolgt nach ca. 8 Wochen. Die Jungtiere sind zunächst rot-schwarz gefärbt und färben sich bei der ersten Häutung zum typischen rosa-weissen Farbton der Art um. Speziell in den ersten Wochen nach dem Schlupf sind die Jungtiere sehr empfindlich und entsprechend hoch waren bei meiner ersten Oothek auch die Ausfallraten. Mittlerweile vereinzele ich die Tiere sofort nach dem Schlupf und halte sie zunächst auf leicht angefeuchtetem Zellstoff in kleinen Plastikdosen. Die Wärme erzeuge ich wie bei den Alttieren mittels IR-Lampen.

Weitere Informationen:
In allen Terrarien mit feucht-warmem Klima besteht eine hohe Gefahr der Ausbreitung von Schimmelpilzen, die in Nahrungsresten oder toten Futtertieren einen idealen Nährboden haben. Daher halte ich in den Terrarien neben den Gottesanbeterinnen eine größere Menge Weißer Asseln, die alle Nahrungsreste sehr schnell auffressen und damit dem Schimmel die Grundlage entziehen. Das funktioniert sehr gut wenn eine ausreichende Menge Asseln mit den Hymenopus vergesellschaftet wird. Tagsüber sind die sehr lichtscheuen Asseln im Boden versteckt.

 

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